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Im Abstand von zwei Jahren werden an der HGR Musicals eingeprobt und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. 

 

 

 


 

Musicalklasse

 

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Auch in diesem Schuljahr gibt es an der HGR für Fünftklässler eine Musicalklasse. In dieser Klasse werden verstärkt die Kompetenzbereiche Gesang, Tanz und Theater gefördert. Pro Woche erhalten die Schüler zwei Stunden Musical-Praxis durch qualifizierte Lehrkräfte der HGR. 

Nähere Infos gibt es => hier im Flyer

 


Geschichte der Musical-AG

 

1985 entstand die Idee ein größeres Musicalprojekt aufzuführen. Nach zwei Jahren der Vorbereitung tanzten im März 1987 die Katzen auf der Bühne der Neckarsulmer Realschule und präsentierten vor begeisterten Zuschauern das Musical „Cats“ von Andrew Lloyd Webber.

Das war der Start für eine glänzende Serie von Musiktheateraufführungen an der HGR. Schüler/innen und Lehrer/innen erleben seit damals Musicals bzw. andere Bühnenwerke in einem zweijährigen Rhythmus hautnah, indem sie durch eigenes Singen, Musizieren, Tanzen und Schauspielen selbst gestalten und aufführen.

Dabei stellen sich die Akteure einem großen Publikum: Anfangs spielte das Ensemble noch in der Halle. Aber schon 1989 wurde bei der Produktion einer szenischen Aufführung der „Carmina Burana“ von Carl Orff das Spielen im Freien bevorzugt.

Es folgten 1991 „Starlight Express“ von Webber und „A Chorus Line“ (1993) und „Rock on“ (1994) wieder in der Halle. 1995 besuchten ca. 3000 Zuschauer die 6 Freilichtaufführungen der „West Side Story“ von Leonhard Bernstein.

Diese inzwischen überregional bekannten Neckarsulmer Freilichtaufführungen im neu gestalteten Innenhof der Hermann-Greiner-Realschule wurden 1997 („Grease“), 1999 („A Slice of Saturday Night“), 2001 („Tommy“), 2003 („Fame“), 2005 („Footloose“) und 2007 („Copacabana“) mit einer großen Resonanz fortgesetzt.

Großen Wert legen die Verantwortlichen auf den richtigen Sound, die bestmögliche Beleuchtung, ein eindrucksvolles Bühnenbild und eine gute Betreuung der Zuschauer – wie das im Musicaltheater so üblich ist.

Im Abstand von zwei Jahren werden an der HGR Musicals eingeprobt und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die einzelnen Projekte werden auf den folgenden Seiten dargestellt.


 

Pilotprojekt 1987:

 

Als wir im März 1987 an unserer Schule das Musical „Cats“ von A. L. Webber inszenierten, ging eine riesige Welle der Begeisterung durch die Schule und erfasste Schüler, Lehrer, Eltern und die Besucher gleichermaßen. Ein großes Wagnis für die Schule war erfolgreich zu Ende gebracht worden. Erfolg, Anerkennung und das Gefühl, auch große Projekte an dieser Schule durchführen zu können machte Mut, auch künftig wieder in ähnlicher Weise an die Öffentlichkeit zu gehen. Was Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte mit „Cats“ zustande gebracht hatten, stand damals weit über Vergleichbarem an Schulen und hatte streckenweise professionellen Zuschnitt. Viele der an diesen Projekten beteiligten Schülerinnen und Schüler sind durch die künstlerische Arbeit gereift und in ihrer Persönlichkeitsstruktur positiv beeinflusst worden. Die Schüler lernten ihre Möglichkeiten kennen und vor allem das Gefühl, einen ganzen Saal zu verzaubern. Sie hatten die Chance, aus der anonymen Masse herauszutreten, etwas Besonderes und Eigenständiges zu leisten. Im Juli 2007 gab es mit dem Musical „Copacabana“ die mittlerweile 11. Produktion der Musical-AG der Hermann-Greiner-Realschule.

Im Juli 2005 feierte die Musical-AG der HGR mit dem Musicalprojekt "Footloose" ihr 20jähriges Bestehen. Neu seit der Einführung der neuen Bildungspläne im Jahre 2004 ist die Verankerung der Theaterarbeit im Schulcurriculum der Hermann-Greiner-Realschule. Damit kann bis zu einem Drittel der Unterrichtszeit z.B. im Fach Musik mit theaterpädagogischen Themen gefüllt werden.


 

Ausgangssituation:

 

Die Idee zur Durchführung eines Musicalprojektes hatte ein Team von Lehrern, die den Wunsch verspürten, ihre Vorerfahrungen in einem größeren Projekt zusammenzuführen. Das Team setzte sich zusammen aus zwei Musiklehrern, einer BK-Lehrerin mit Ausbildung in Spiel- und Theaterpädagogik und einer Sportlehrerin mit Tanzerfahrungen. Das Team besteht nach 22 Jahren noch immer in gleicher Besetzung. Ehemaliger Schüler ergänzen die Gruppe in den Bereichen Tanz, Schauspiel, Orchester und Gesang. Erfahrungen mit Musikaufführungen im Leitungsteam gab es im Vorfeld genug durch:

  • Schulaufführungen wie musikalische Abende für Chor, Orchester und Tanzgruppen, Schulbälle, Schulfeste, Abschlussfeiern etc.,
  • Konzerte mit weltlichen Kinder-, Jugend- und Erwachsenenchören bzw. Tanzauftritte mit Schülergruppen,
  • Banderfahrung der Musiklehrer während der Studienzeit.

Projekte dieser Art gab es 1987 vor allem in Gymnasien. Schlüsselerlebnisse für die Projektleiter waren sicherlich die Besuche einer Schulaufführung von „Cats“ in einem Gymnasium in Konstanz während eines Schullandheimaufenthaltes und die Musicalproduktion einer Bremer Musikschule. Der Impuls, der von diesen Aufführungen ausging mündete in der Frage: „Können wir so ein Projekt auch in einer Realschule durchführen?“ Motivierend wirkte vor allem die Aussicht,

  • dass sich so die vielen „kleinen“ musikalischen Aktivitäten, die z.T. auch noch von der Schulleitung verordnet werden bzw. von äußeren Anlässen bedingt sind gebündelt werden können und zielgerichtet auf eine große Präsentation, mit der sich die Schüler selbst identifizieren können, hingearbeitet werden kann, 
  • dass sich die Projektarbeit durch eine verbesserte Lehrer-Schüler-Beziehung positiv auch auf den normalen Unterricht auswirkt,
  • dass die eigene Erfüllung im Lehrerberuf durch den erfolgreichen Abschluss eines Projektes verbessert und die eigenen Fähigkeiten mehr zur Geltung gebracht werden können,
  • dass dadurch die vorhandenen Schülertalente besser gefördert werden können,
  • dass sich dadurch der Schwerpunkt der musisch-kulturellen Arbeit an der Schule auch im Unterricht von der theoretischen zur praxisorientierten Seite verlagern lässt, weil man das Singen, Tanzen, Schauspielern und vor allem aber das Präsentieren dieser Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellen kann.
  • dass sich die Zusammenarbeit der einzelnen Fachbereiche so intensiver gestalten lässt, die vorhandenen Fähigkeiten auch bei den Lehrkräften besser zur Geltung kommen können und die Kommunikation der Kollegen in der Teamarbeit verstärkt werden kann. All dies würde das Arbeitsklima in der Schule auf jeder Ebene positiv beeinflussen.

 

Unterstützungen:

 

Die Projektleiter waren sich 1987 bei der Entscheidung für das Projekt „Cats“ sicher, dass Schulleitung (der Rektor war selbst ein hervorragender Hobby-Musiker mit einer schönen Bass-Stimme) und Kollegium von dieser Idee zu begeistern sind. Das Kollegium bestand hauptsächlich aus Lehrern, die in den 70er Jahren eingestellt worden sind und hatte mit ca. 35 Jahren ein aus heutiger Sicht relativ junges Durchschnittsalter. Man pflegte viele gemeinsame Unternehmungen wie

  • Lehrersport,
  • Tanzkurse,
  • Auftritte mit einem Lehrerchor bzw. einer Lehrertanzgruppe,
  • Gestaltung von Bällen des Fördervereins der HGR,
  • Lehrer-Schülerchoraufführungen bei Konzerten der HGR,
  • Lehrer-Schülerwettkämpfe bei Sportveranstaltungen,
  • Lehrerausflüge, Wanderungen, Arbeitsessen usw.

Zudem unterstützte die Schulleitung neue Ideen im Kollegium grundsätzlich finanziell und ideell und schaffte so die notwendigen Freiräume und die erforderliche Sicherheit im Prozess.

Es herrschte rundum ein sehr gutes Klima im Kollegium.

Da war es nicht verwunderlich, dass sich die Kollegen, die in bestimmten Teilbereichen Ver-antwortung übernehmen bzw. deren besondere Fähigkeiten gebraucht werden konnten von sich aus meldeten und ihr Interesse zur Mitarbeit zum Ausdruck brachten. Aus dem anfänglichen Viererteam wurde im Laufe des Prozesses eine stattliche Lehrergruppe, die sich gerne einbinden ließ:

  • Schulleiter (z.B. als Bühnendarsteller, Dirigent, Tontechniker, Repräsentant der Schule)
  • Lehrer als Bühnendarsteller,
  • Lehrer im Orchester,
  • Lehrer als Tontechniker,
  • Lehrer als Beleuchtungstechniker,
  • Lehrer als Leiter der Videogruppe,
  • Hausmeister mit weiteren Techniklehrern als Bühnentechniker,
  • Lehrer für das Bühnenbild,
  • Lehrer im organisatorischen Bereich
  • Förderverein und die Eltern (Gastronomie, Kostüme).

Es zeigte sich, dass man schnell eine gewisse Gerätegrundausstattung anschaffen bzw. mieten muss. Schule und Stadt bzw. Förderverein ließen sich für einen Kraftakt überzeugen:

  • Der Förderverein kaufte 16 Bühnenpodeste (2m x 1m).
  • Die Stadt genehmigte die Anschaffung einer Grundausstattung für die notwendige Beleuchtung (Spots, Verfolger, Stative etc.), eines gebrauchten E-Flügels und von mehreren Mikrofonen.
  • Alle anderen Geräte für die Tontechnik usw. wurden gemietet.
  • Die Stadt genehmigte die Einbeziehung des Städtischen Bauhofs beim Auf- und Abbau der Bühne.
  • Die schuleigene Turnhalle wurde für die Zeit der Proben und der Aufführungen für das Projekt gesperrt für den Turnbetrieb.
  • Die Kollegen waren bereit, die teilnehmenden Schüler für die Zeit der Schlussproben bzw. der Aufführungen wenn notwendig vom Unterricht zu befreien.

 

Widerstände:

 

Als größtes Problem erwies sich die mit den Aufführungen verbundenen rechtlichen Fragen. Für Schulproduktionen waren anfangs die Aufführungsrechte bekannter Musicalwerke nicht zu bekommen. Deshalb mussten wir teilweise auf die Öffentlichkeitsarbeit konsequent verzichten. Für die ersten Produktionen wurden ausschließlich Schüler, Eltern und Bekannte eingeladen.

Bei Produktionen der letzten 15 Jahre konnten wir die Aufführungsrechte erwerben und damit war auch Pressearbeit möglich.

Immer wieder hört man auch Stimmen von Kollegen, Eltern bzw. Zuschauern, die sich gegen die von uns praktizierte leistungsorientierte Projektarbeit aussprachen. Sie meinen, dass es pädagogisch nicht vertretbar ist, Schüler über eine sogenannte „Audition“ auszuwählen und eventuell sogar abzulehnen.

Ebenfalls kritisch bewertet wird vor allem von Teilen der Elternschaft die Einbeziehung ehemaliger Schüler als Darsteller, im Orchester bzw. in Arbeitsteams. Ohne diese Öffnung nach außen könnten wir die Projektarbeit mit dem von uns gewünschten Niveau aber nicht durchführen.

Die Probenphase verlangt immer auch, dass Schüler aus dem Normalunterricht genommen werden bzw. die Projektleiter bei zusammenhängenden Probetagen ihren Unterricht ausfallen lassen müssen. Hier reagieren Eltern in vielen Fällen mit Unverständnis.


 

Teamarbeit:

 

Die Projektleiter entschieden sich von Anfang an für die Arbeit im Team mit gleichberechtigten Partnern, wobei die Funktionen der einzelnen Mitglieder bis heute genau definiert ist (Regie, Chor, Solisten, Orchester, Arrangement, Choreographie usw.) und die Inszenierung in regelmäßigen Sitzungen vorangetrieben wird.

Die Projekte werden vom Team selbst organisiert und durchgeführt. Proben außerhalb der Unterrichtszeit (abends bzw. an Wochenenden) gehören selbstverständlich dazu.

Alle zwei Jahre nach Beendigung eines Projektes wird der Prozessablauf kritisch durchleuchtet und Problembereiche neu durchdacht. So ist gewährleistet, dass das Know-how nicht verloren geht und beim nächsten Projekt mit den gemachten Erfahrungen weitergearbeitet werden kann.

Die Musicals sollen so professionell wie möglich dargeboten werden. Deshalb müssen die interessierten Schüler ihre Fähigkeiten im Bereich Gesang, Tanz und Schauspiel vorher in einer „Audition“ präsentieren. Dafür wird auch im Pflichtunterricht trainiert.

Ehemalige Schüler und Lehrer sind für uns unverzichtbar. Sie arbeiten in vielen Bereichen selbstverantwortlich mit und geben ihre Erfahrungen an jüngere Schüler weiter. Rollen oder Instrumentalparts, die mit Schülern nicht machbar sind, werden mit Ehemaligen oder mit Lehrern besetzt. So entstanden viele Teams, die in Absprache mit der Projektleitung selbstverantwortlich arbeiten, die Musical-AG.

Die Geräteausstattung wurde über Jahre hinweg Stück für Stück angeschafft. Dabei ergänzten sich Förderverein, Stadt Neckarsulm als Schulträger und Überschüsse im Bereich des Kartenverkaufs. Nach dem Prinzip der kleinen Schritte sind wir momentan so ausgerüstet, dass außer der Zuschauertribüne, den Aufführungsrechten und Ergänzungen im Bereich Ton- und Lichttechnik keine weiteren Mietgebühren anfallen.

Die Musicalaufführungen finden seit 1995 im Freien auf einem extra für diesen Zweck eingerichteten Schulhofteil statt. Durch Aufstellung einer Zuschauertribüne sehen alle ca. 500 Besucher einer Vorstellung sehr gut. Die Musicalprojektarbeit hat sich so im Laufe der Zeit zu einem der wichtigsten und bekanntesten Profile der Hermann-Greiner-Realschule entwickelt.

Die Musicalarbeit hat über die ganzen 22 Jahre hinweg das Schulklima positiv beeinflusst, Schüler und Lehrer arbeiten selbst nach so langer Zeit mit großer Motivation und vor allem mit großem Idealismus an weiteren Projekten. Neben dem Erwerb der heute so sehr angemahnten Schlüsselqualifikationen wie Selbstbewusstsein, Handlungskompetenz, Teamfähigkeit, Verlässlichkeit usw. erhalten die Schüler und Lehrer ein unvergessliches Erlebnis. Dies ist für uns Projektleiter Anlass genug uns immer wieder auf die Anstrengung einer neuen Produktion einzulassen.

Dietmar Wenzel

 

 

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